In der konstituierenden Sitzung des Bezirksausschusses Laim am 21. Mai 2026 wurde die neue Vorstandschaft gewählt. Obwohl Bündnis 90/Die Grünen mit 8 von 25 Sitzen die klar stärkste Fraktion im Bezirksausschuss sind, wird die Fraktion künftig nicht mehr im Vorstand vertreten sein.
Die Grünen hatten ihren Fraktionssprecher Martin Beier, seit sechs Jahren Mitglied des Bezirksausschusses, als Kandidaten für den Vorsitz nominiert. Im zweiten Wahlgang setzte sich der langjährige Amtsinhaber Josef Mögele (SPD) mit 14 zu 10 Stimmen durch.
Auch bei der Wahl der ersten Stellvertretung unterlag Martin Beier gegen Stefanie Stöckle (CSU) mit 14 zu 10 Stimmen im zweiten Wahlgang.
Besonders enttäuscht zeigt sich die Grünen-Fraktion über die Wahl zur zweiten Stellvertretung. Bislang war es im Bezirksausschuss gute Tradition, dass die drei größten Fraktionen im Vorstand vertreten waren. Entsprechend hatten die Grünen bisher mit Jutta Hofbauer die zweite Stellvertretung inne. Dieses Mal nominierte die CSU jedoch mit Dr. Ottmar Funk einen weiteren eigenen Kandidaten als Gegenkandidaten, der sich im zweiten Wahlgang knapp mit 12 zu 11 Stimmen bei einer ungültigen Stimme gegen Martin Beier durchsetzte.
„Ich war bereit, Verantwortung für den Bezirksausschuss zu übernehmen und weiterhin konstruktiv für Laim zu arbeiten – auch über Parteigrenzen hinweg“, erklärt Martin Beier, Co-Fraktionssprecher der Grünen. „Gerade jetzt, wo im Bezirksausschuss Laim sieben Parteien vertreten sind, braucht es einen Vorstand, der unterschiedliche Stimmen einbindet und Zusammenarbeit ermöglicht.“
Deutlich kritischer äußert sich Co-Fraktionssprecherin Corinna Backmann: „Während sich ein Drittel der Menschen in Laim und die Mehrheit in München Veränderung und eine starke grüne Politik wünschen und auf Stadtebene konstruktive Angebote an die CSU gemacht werden, setzen CSU und SPD im BA 25 offenbar vor allem darauf, die stärkste Fraktion zu blockieren. Dass die Grünen vollständig aus dem Vorstand ausgeschlossen werden, ist ein klarer Vertrauensbruch und kein Signal für eine vom Vorsitzenden thematisierte gewünschte Zusammenarbeit.“
Die CSU hat ihren zweiten Gegenkandidaten, den die SPD dann unterstützte, erst während der Sitzung ins Spiel gebracht. So wie bereits in den Vorgesprächen war auch in der konstituierenden Sitzung der Wille zu einer Zusammenarbeit im BA durch CSU und SPD nicht erkennbar. Damit missachten sie den deutlich geäußerten Wählerwillen der Laimer Bevölkerung.
Pressemitteilung vom 22.05.2026