Im Journal Club am 14.10.2026 haben wir einen kritischen Blick auf diese beide Technologien geworfen.
Angesichts der Energiepreiskrise im Nahen Osten und des wachsenden Strombedarfs von KI-Rechenzentren erleben Small Modular Reactors (SMR) und Kernfusion gerade ein mediales Comeback. Ursula von der Leyen kündigte beim Pariser Nuklear-Gipfel im März 2026 eine EUSMR-Strategie mit 200-Millionen-Euro-Bürgschaft an, Big-Tech-Konzerne wie Google, Amazon und Microsoft schließen SMR-Deals, und Fusions-Start-ups sammeln Milliarden ein.
Aber: Ist das echter technologischer Fortschritt – oder vor allem PR und der Versuch der Industrie, am teuren Modell zentraler Großkraftwerke festzuhalten?
Die vier gängigen SMR-Reaktortypen sind eigentlich auch nur Atomkraftwerke und nicht wirklich kleiner, nur weniger leistungsfähig und damit eher teuerer. Weltweit sind bislang nur zwei SMR im Realbetrieb – und Mikrosoft will nur bestehende Atomkraftwerke reaktivieren.
Tokamak, Stellarator, Laserfusion sind die Techniken der Kernfusion, ITER wird frühestens 2039 Deuterium-Tritium-Plasma erzeugen, ohne je Strom ins Netz einzuspeisen.
Jochen zeigte, wie SMR und Fusion im Wirkungsgrad – von Rohstoff bis Steckdose – wirklich im Vergleich zu Wasserkraft, Gas, Kohle, Wind und Photovoltaik abschneiden.
Die aktuelle Debatte wird eher von anderen Interessen angetrieben, Beharrungskräften, die am bestehenden System viel Geld verdienen oder waffenfähiges Material haben wollen. Klimaschutz ist eher nicht das Ziel, auch können die neuen Techniken, die erst in 20-30 Jahren zum Einsatz kommen könnnten – wenn überhaupt – , wohl kaum als „Übergangstechnik“ bezeichnet werden. Eher sind Wind- und Sonnenkraftwerke Übergangstechniken bis zu zukünftigen Fusionskraftwerken.
Im Anschluss findet ihr die Präsentation zum Nachlesen.


