Kein IAA mehr auf öffentlichen Plätzen und Grünflächen in der Maxvorstadt

Antrag zur Sitzung des Bezirksausschusses Maxvorstadt am 19. Oktober 2021

Wir fordern die LH München in aller Deutlichkeit auf, keiner weiteren IAA auf öffentlichen Plätzen und Grünflächen in der Maxvorstadt zuzustimmen. Die IAA soll ausschließlich auf dem Messegelände mit ihren großen Freiflächen stattfinden.


Begründung:


Zunächst mit Unbehagen und zunehmend mit blankem Entsetzen haben wir die als Mobilitätsmesse angepriesene Autoshow IAA auf den schönsten Plätzen unseres Viertels und der ganzen Stadt verfolgt. Wir sind zu dem einhelligen Ergebnis gekommen, dass es ein groß er Fehler war, dieser IAA Show von Seiten der LH München zuzustimmen.
Die angekündigten Formen der Mobilität waren im besten Falle ein „ einer leider
immer noch in weiten Teilen rückwärtsgerichteten Automobilindustrie mit PS protzenden SUVs sowie Sport und Rennwägen auf mehreren Ständen.

  • Statt Mobilität für alle – Fußgängerinnen, Radfahrerinnen und Autofahrer*innen – gab es über eine Woche Staus mit versperrten Straßen und Wegen: Eine Verkehrsbehinderung ersten Ranges.
  • Ein Ausverkauf der schönsten historischen Plätze und Begegnungsstätten, die zu einem Spottpreis von 30 Cent pro Quadratmeter und Tag vermietet wurden.
  • Der Königsplatz – Herz der Maxvorstadt – bietet nach der IAA einen Anblick des Grauens. Die Behebung der Schäden an der massiv zerstörten Grünfläche wird bei einer normalen Raseneinsaat mindestens sechs Monate dauern, und da der Platz ständig betreten wird, sicher länger.
  • Die gerade erst vor der IAA mit hohem Aufwand hergerichteten Flächen hinter der Glyptothek (wegen Barrierefreiheit) wurden besonders in Mitleidenschaft gezogen.
  • Was die Wiederherstellung des Rasens anbelangt: Nunmehr soll Rollrasen verlegt werden, was in keiner Weise als nachhaltig betrachtet werden kann und den ökologischen Kriterien der Landeshauptstadt massiv widerspricht, da für Aufzucht und Lieferung mehr Wasser, Treibstoff und Düngemittel als für Saatrasen verbraucht werden.
  • Die systematische Drangsalierung und Einschüchterung von Demonstranten und auch Journalisten, das martialische Auftreten der Polizei samt Tränengaseinsätzen und Schlagstöcken, Hubschraubern, die tagelang über der Stadt und besonders über den Demonstrationszügen kreisten und wohl auch einschüchtern sollten, waren unverhältnismäßig und widersprechen dem liberalen Geist der Landeshauptstadt Münchens.
    Das alles steht für ein München, wie wir es nicht wollen. Das werfen uns auch zurecht unsere Bürgerinnen vor –– die uns zum Teil auch einen Ausverkauf an eine rückwärtsgewandte Autolobby vorhalten.
    Unsere Glaubwürdigkeit in der Maxvorstadt und in der ganzen Stadt würde im Kampf gegen die Klimaerwärmung und für eine Mobilitätswende schwer beschädigt werden. Außerdem will München bis 2030 klimaneutral werden.

    Wir fordern: Ein klares Nein IAA auf öffentlichen Plätzen und Grünflächen in München und ein klares Ja zu einer wirklichen neuen klimaneutralen Mobilität.
    Antragsteller:
    Fraktion Die Grünen im BA 3