Was aufs Maul?

Schön, dass Du hier gelandet bist und wissen willst, warum Hasskriminalität insbesondere für Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans* und inter* Menschen und alle anderen Queers ein ernsthaftes Problem ist.

Studien zeigen, dass LSBTIQ*-Personen weit überdurchschnittlich von Diskriminierung und Kriminalität betroffen sind.
Wenn man Opfer einer Straftat wird, sei es durch Beleidigung oder Bedrohung, aber auch körperliche Gewalt, stellen Menschen üblicherweise eine Anzeige. Queere Menschen machen das selten, und zwar aus zwei Gründen:

Sie haben Angst vor erneuter Diskriminierung

Anders als in vielen anderen Bundesländern und Kommunen gibt es in Bayern bei der Polizei keine speziellen Ansprechpersonen für Opfer queerfeindlicher Delikte. Das bedeutet, dass queere Menschen sich nicht sicher sein können auf jemanden zu stoßen, der kein Problem mit LSBTIQ*s hat und sich der Anzeige entsprechend sensibel annimmt. Ein Coming-Out vor einer fremden Person, um dann potenziell erneut Ablehnung zu erfahren, ist nicht sehr motivierend.

Deswegen fordern die GRÜNEN schon lange, dass auch in Bayerischen Polizeipräsidien sensibilisiert Polizist*innen als feste Ansprechpersonen zur Verfügung stehen, mit denen Opfer queerfeindlicher Delikte angstfrei und offen reden können.

Sie denken, dass Ihnen eh nicht geholfen werden kann

Diese Ansicht zu ändern, sollte ein Hauptanliegen der Polizei selbst sein, denn das ist ihre Aufgabe! Aber die Resignation ist nicht unberechtigt. 2021 lag die Aufklärungsquote von Delikten im Bereich Hasskriminalität in Bayern bei ca. 58%. Die Aufklärungsquote bezüglich Delikten im Bereich der Queerfeindlichkeit (also gegen die sexuelle Orientierung oder die geschlechtliche Identität) bei 48% bzw. 45%.

Auch bei der Erfassung von queerfeindlichen Delikten hakt es oft bereits. Während in Berlin 2021 über 700 Fälle gezählt wurden, sind es in ganz Bayern angeblich nur 70. Selbst die vom Freistaat geförderte Beratungsstelle für Gewaltopfer, Strong!, zählt mehr als doppelt so viele.

Aus all dem muss man schlussfolgern, dass es ein enormes Dunkelfeld an Straftaten gegen queere Menschen gibt, also Straftaten, von denen niemand weiß, weil sie nicht erfasst oder nicht zur Anzeige gebracht werden.
Die Lösungen liegen auf der Hand: sensibilisierte Ansprechpersonen für Opfer, eine genaue Erfassung der Motive von Straftaten und Transparenz im Umgang mit diesen Straftaten.

Viel Geld kostet das eigentlich erstmal nicht. Dennoch sieht der Freistaat keinen Bedarf und ignoriert einmal mehr die besonderen Bedarfe von queeren Menschen.

Wir GRÜNEN fordern diese Maßnahmen seit Jahren. Sie gehören in einen Aktionsplan gegen Diskriminierung. Diesen kannst du hier unterstützen: https://action.allout.org/de/m/911d506e/