Queer, grün, München ...

Grüne Politik ist immer auch Antidiskriminierungspolitik. In der Stadtratsfraktion setzen sich die Grünen gemeinsam mit einem Stadtrat der rosa Liste für LGBTIQ* ein. Mit einigem Erfolg: Wir haben in den letzten Jahren in München eine vorbildliche Infrastruktur für LGBTIQ* geschaffen. Sieben Schlaglichter!

von Markus Viellvoye und Lydia Dietrich

1. Ampelpärchen – mehr als nur Signalschaltungen!

Um der Vielfalt Münchens, die sich insbesondere beim jährlichen CSD zeigt, Ausdruck zu verleihen, haben wir durchgesetzt, dass die Ampeln rund um die CSD-Strecke mit lesbischen, schwulen und heterosexuellen Pärchen geschaltet werden! Das wird auch beim großen Chorfestival Various Voice 2019 rund um den Gasteig umgesetzt.

2. Lesbenzentrum – Sichtbarkeit schaffen!

Lesbisches Leben ist kaum sichtbar. Lesben sind zweifach oder dreifach (als Frau-Lesbe-Migrantin) von Diskriminierung betroffen. Das Lesbenzentrum LeTra ist in den letzten Jahren stetig gewachsen, denn der Bedarf an Beratung, Anlaufstelle und einem Treffpunkt ist stark gestiegen. In letzter Zeit ist vor allem die Betreuung von Geflüchteten dazugekommen. Außerdem organisiert LeTra regelmäßige Barabende, um für Lesben einen niedrigschwelligen Ort des Treffens in München zu haben. Daher haben wir neben dem SUB als schwules Zentrum auch das Lesbenzentrum durchgesetzt.

3. Diversity – Nachwuchs fördern!

LGBTIQ*-Jugendliche sind viermal mehr von Suizid betroffen als heterosexuelle Jugendliche. Alleine diese Tatsache muss aufschrecken. Das Jugendzentrum Diversity besteht nun schon seit über zehn Jahren und wächst und wächst. Die Nachfrage aus München und dem Umland ist immens. Daher war beziehungsweise ist ein Umzug in eine größere und geeignetere Räumlichkeit notwendig. Dafür und für die finanzielle Ausstattung haben wir gesorgt.

4. Transberatung – endlich!

Die Vielfalt unserer Stadt lebt auch von der Akzeptanz gegenüber Transgender. Die sind in München außerhalb des CSD kaum sichtbar, weil sie in hohem Ausmaß von Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt betroffen sind. Das Outing und die sogenannte „Umwandlung“ bedeuten gerade bei Transfrauen noch viel zu oft den Verlust des Arbeitsplatzes und sozialer Kontakte.
Das Vorhaben, das Geschlecht anpassen zu wollen - ob operativ oder nicht - schafft immense Belastungen. Eine Beratungsstelle, die es seit diesem Jahr gibt, war hier längst überfällig.

5. Munich Kiev Queer – gelebt Partnerschaft

2012 ging es los: Seit ihrer ersten Teilnahme ist unsere Stadträtin Lydia Dietrich jedes Jahr beim Kiev Pride. 2012 hat sich die Kontaktgruppe Munich Kiev Queer gegründet, die mit kulturellem Austausch, Fortbildungen etwa zum Ehrenamt und natürlich der gegenseitigen Unterstützung beim CSD arbeitet - eine großartige und vorbildlich gelebte Städtepartnerschaft! Grün-rosa hat dafür gesorgt, dass es dafür finanzielle Mittel gibt.

6. Regenbogenfamilienzentrum – Realitäten unterstützen!

Tausende von Kindern leben in sogenannten Regenbogenfamilien. Insbesondere immer mehr lesbische Frauen bekommen eigene Kinder. Aber auch schwule Paare verwirklichen immer häufiger ihren Kinderwunsch, wenngleich ihnen in Deutschland die gemeinschaftliche Adoption weiterhin verwehrt wird.
Kinder in lesbischen und schwulen Partnerschaften haben es im Alltag nicht immer leicht, da auch sie Opfer von Ausgrenzung und Diskriminierung sind. Eine Beratungs- und Anlaufstelle für werdende und wollende homosexuell lebende Eltern war und ist notwendig. Gesagt – getan – durchgesetzt! Im Mai 2017 war die Einweihung des Regenbogenfamilienzentrums München.

7. Öffnung der Altenpflege - Münchenstift

Immer mehr ältere LGBTIQ* leben im Alter offen mit ihrer Identität. Viele Pflegeeinrichtungen sind darauf aber bis heute nicht eingestellt. Bisher gibt es eher Abwehrtendenzen und Unsicherheiten. So haben wir ein Projekt zur Öffnung der Altenpflege beschlossen, das in der städtischen Münchenstift GmbH durchgeführt wurde. Dazu gab es Ausstellungen, Fortbildungen und Schulungen für Mitarbeiter*innen. Die Münchenstift hat sich vorbildlich und engagiert verhalten. Das Projekt muss und soll weitergeführt und auf andere Einrichtungen übertragen werden.

 

Weitere Artikel gibt es in der aktuellen GRETA: www.gruene-muenchen.de/greta

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Mittwoch, 23. August 2017
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