Winterdienst ohne Negativ-Folgen

Umweltschonendes Streuen: Pilotversuch 2021/22

In seiner Februar-Sitzung hat der Bezirksausschuss Untergiesing-Harlaching auf Initiative der Grünen Fraktion einen Pilotversch für den kommenden Winter beantragt:

Es soll geprüft werden, inwieweit im Winterdienst in der Saison 2021/22 eine testweise Nutzung von Kaliumforminat anstatt chloridhaltiger Substanzen zum Streuen der Straßen und Wege verwendet werden kann. Angedacht ist dies für die Rad- und Fußwege im BA 18 sowie für die ökologisch sensiblen Bereichen wie die Isarauen und die Hochleite.

Millionen Tonnen an Streusalz (Natriumchlorid) und Splitt landen jeden Winter auf unseren Straßen und Zufahrten, auf Landeplätzen und Grünflächen – häufig übermäßig gestreut zu Lasten der Pflanzen, Tiere und Anwohner. Der Schaden für unsere Umwelt ist dabei immens.

Kaliumforminat, besser bekannt als Ameisensäure, ist ökologisch unbedenklich. Anders als Streusalz oder Splitt enthält Kaliumforminat kein Chlor und kein Salz und ist zu 100 % biologisch abbaubar. So ermöglicht es einen Winterdienst ohne Negativ-Folgen für die Umwelt – und ohne daraus resultierende Kosten.

Max Scherer, Grünes Mitglied im BA18 & Mit-Initiator des Antrags

Gerade die Folgen und die damit einhergehenden Kosten des Einsatzes von Streusalz sollten in dieser Abwägung mit berücksichtigt werden – Asphaltschäden, Baumschädigungen & Schäden an Grünanlagen und die Verunreinigung des Grundwassers sind nur einige davon.

Rein die Mehrkosten für Kaliumforminat waren Grund genug für die CSU, den Pilotversuch abzulehnen – ohne Berücksichtigung eben der eingesparten Folgekosten.

Das Fachportal für kommunale Entscheider hat den Einsatz von Streusalzalternativen bereits 2014 beworben: https://www.bauhof-online.de/d/auswirkungen-von-streusalz-auf-die-gesundheit-von-strassenbaeumen/

Beispielsweise die Stadt Kopenhagen und die Deutsche Bahn verwenden bereits Kaliumforminat zum Streuen ihrer Verkehrsflächen.