BA 18 stimmt Dringlichkeitsantrag der Grünen Fraktion einstimmig zu Corona-Pandemie & Bildung: Verteilung nach Gießkannen-Prinzip ungeeignet

Als Reaktion auf den aktuellen Lockdown und die sich daraus ergebene schwierige Situation der Schulen hat die Grüne Fraktion im BA18 einen Dringlichkeitsantrag eingereicht, dem in der BA-Sitzung am 19.1.2020 einstimmig zugestimmt wurde: Von der Grundschule über die Mittelschule bis zum Gymnasium – alle Schulen mussten schnell und unbürokratisch mit Bildungs- und Schutzkonzepten auf die hohen Corona-Zahlen reagieren. Sie brauchen dafür die Sicherheit und Unterstützung, dass ihre Entscheidungen vom Referat für Bildung und Sport bzw. auch vom Kultusministerium abgesichert werden.

Die Bildungsbürokratie muss verstehen, dass jede Schule individuelle Maßnahmen entwickeln musste, um für ihre Schulfamilie die beste Lösung zu finden. Die Verteilung der technischen Hilfsmittel und Gelder nach dem Gießkannenprinzip und anhand der trägen Ausschreibungsverfahren passen oftmals nicht zur Realität vor Ort. Während die eine Schule einen zusätzlichen mobilen WLAN-Anschluss und Hilfe mit der Firewall braucht, ist der anderen Schulen mit einem zusätzlichen Kopier-Etat geholfen.

Verena Mohr – Grüne Initiatorin des Antrags

Die Schulen in Untergiesing-Harlaching haben frühzeitig bereits im letzten Jahr ihre Corona-Präventionsmaßnahmen ausgebaut und Konzepte für einen drohenden erneuten Lockdown entwickelt. Sie mussten schnell handeln, damit der Schutz und die Förderung greifen können – denn es hat sich gezeigt, dass alle zügig anlaufenden Maßnahmen helfen, die Corona- Infektionszahlen niedrig zu halten. Auch war es Ziel, bei einem erneuten Lockdown zu verhindern, dass Schüler*innen im Homeschooling von der Bildung abgeschnitten werden. Zusammen mit ihrer Grünen-Kollegin Julia Fitzner hatte Verena Mohr den Bedarf der Schulen im Stadtteil erfragt.

Einen Lockdown auf Kosten der Bildungschancen der Kinder und Jugendlichen darf es kein zweites Mal geben.

Dr. Julia Fitzner, Grünes Mitglied im Unterausschuss Bildung & Soziales

Auch die Landeshauptstadt München und das Referat für Bildung und Sport haben ihrerseits sehr früh die Weichen für die Versorgung der Schulen gestellt. Dass es zu Versorgungsengpässen bei Großbestellungen während einer Pandemie kommt, konnte dennoch nicht verhindert werden.

Die Schulfamilien dürfen jedoch nicht dafür „bestraft“ werden, wenn sie unbürokratisch eigene Wege zur Bewältigung der Corona-Krise gehen, so Verena Mohr. „Vorgestreckte Ausgaben für CO2-Ampeln durch Fördervereine müssen erstattet werden – schließlich können die Schulen nichts dafür, wenn die staatlichen Fördermaßnahmen erst spät vor Ort ankommen.“