McGraw-Graben

McGraw-Express: Im Bus am Stau vorbei

Busrouten neu denken – Grüne beantragen Busspur am oberen Rand des McGraw-Grabens

„Die seit Jahren bekannte enorme Lärm- und Abgasbelastung am Mittleren Ring in Giesing und am McGraw-Graben erfordern dringend Taten. Eine schnelle öffentliche Verbindung als Alternative zum Auto könnte in dem staugeplagten Bereich Abhilfe schaffen.“

Marcus Kaiser, stv. Vorsitzender des UA „Mobilität & Verkehr“ im BA17

Erstmalig in der Geschichte der Giesinger Grünen haben daher ihre beiden Bezirksausschuss-Fraktionen gemeinsam einen Antrag gestellt:

Auf grüne Initiative hin bitten einstimmig sowohl der BA 17 Obergiesing-Fasangarten als auch der BA 18 Untergiesing-Harlaching die Stadtverwaltung und die MVG jeweils, eine vom Landkreis München bereits vorgeschlagene Expressbuslinie (X220) von Putzbrunn über Unterhaching so bald als möglich umzusetzen.

Die beiden grünen Fraktion begründen ihren Vorstoß damit, dass die A995 und in deren weiterem Verlauf der Mittlere Ring v.a. im Berufsverkehr stark überlastet sind. Auch im 3. Quartal 2020 wurden die Grenzwerte für das giftige Abgas NO2 entlang des Mittleren Rings wieder überschritten. Die Lärmbelastung für die Giesingerinnen und Giesinger entlang der Strecke gehört zur höchsten Stufe. Dementsprechend soll der Expressbus dazu dienen, diese Strecke vom Autoverkehr zu entlasten.

Dabei wollen es die Grünen aber nicht belassen. Vielmehr soll die obere Fahrspur der Tegernseer Landstraße entlang des McGraw-Grabens in beide Richtungen so umgebaut werden, dass diese Strecke nur von Bussen sowie Fahrrädern befahren werden können. Die Grünen schlagen vor, dass der Expressbus an den folgenden, bereits bestehenden Haltestellen halten soll: Stadelheimer Straße, Sankt-Quirin-Platz und Tegernseer Landstraße.

„Wenn der Bus dort oben entlangfährt, hätte er de facto eine eigene Busspur. Entsprechend könnte er den häufig auftretenden Stau umfahren. Und vielleicht regt es den einen oder anderen Autofahrer an, auf den ÖPNV umzusteigen, wenn er im Stau steht und oben den Bus vorbeifahren sieht.“

Norbert Weigler, Vorsitzender des UA „Mobilität“ im BA 18

Damit der Bus die Strecke befahren kann, sind einige Umbauten notwendig. So muss bspw. durch Schranken oder versenkbare Poller sichergestellt werden, dass nur Busse die Route befahren können. Auch die brachliegende Fläche am Sankt-Quirin-Platz ist in eine Straße umzuwandeln.

„Mit dem Vorhaben könnte auch die Fahrtzeit der Buslinie 147 verkürzt werden. Dies ermöglicht evtl. eine Anbindung des Seniorenzentrums AWO Föhrenpark.“

Catharina Grabner, Mitglied im UA „Familie, Soziales, Ausbildung“ im BA 17

Grundsätzlich werden durch die neue Linie auch neue Verbindungen zwischen bestehenden Knoten im Münchener ÖPNV-Netz geschaffen, v.a. zwischen Sankt-Quirin-Platz und Tegernseer Landstraße. Darüber hinaus besteht an den vorgeschlagenen Haltestellen Umsteigemöglichkeit zu diversen Linien.

„Wir brauchen dringend mehr Stadt-Umland-Busse um die Pendlerströme attraktiv, zuverlässig und verträglich bewältigen zu können. Das hier vorgelegte Konzept ist ein maßgeblicher Baustein hierzu, der durch eine direkte Anbindung der Potenziale und eine zügig befahrbare Linienführung besticht.“

Paul Bickelbacher von der Stadtratsfraktion Die Grünen – Rosa Liste

Ergänzender Antrag im BA 18: Verbesserte Anbindung Neuharlaching – Ostbahnhof

Zudem wurde im BA 18 auf Initiative der Grünen auch eine Verlängerung der Buslinie 220 über den Giesinger Bahnhof hinaus bis zum Ostbahnhof beantragt.
Dies würde die Anbindung von Neu-Harlaching an den Bahnhof erheblich verbessern und könnte damit mehr Menschen zum Umstieg auf den klimafreundichen ÖPNV motivieren.