Ein besseres Mobilitätskonzept für das Oktoberfest

Unsere Stadträtin und BA8-Vorsitzende Sibylle Stöhr initiierte folgenden Antrag:

Ein besseres Mobilitätskonzept für das Oktoberfest

  1. Die Stadtverwaltung erarbeitet ein umwelt- und anwohner*innenverträgliches Mobilitätskonzept für das Oktoberfest, sowohl für die Festzeit selbst als auch während der Auf- und Abbauphase.
  2. Während der Auf- und Abbauphase wird sichergestellt, dass solange wie möglich eine Querungsmöglichkeit für den Fuß- und Radverkehr auf der Ost-Weste Achse (Matthias-Pschorr-Straße) gewährleistet ist. Die Schaustellerstraße (Nord-Süd- Achse) ist ebenfalls nach Möglichkeit freizuhalten.
  3. Für Reisebusse werden An-und Abfahrtszonen geschaffen, die Anwohner*innen nicht unnötig beeinträchtigen. An geeigneter Stelle ist ein Shuttleservice für Reisebusse einzurichten.
  4. Es wird ein Konzept entwickelt, das Besucher*innen bereits vor den Toren der Stadt motiviert das eigene Auto am P+R abzustellen und mit dem ÖPNV zur Festwiese zu fahren.

Wir alle hoffen sehr, dass ab 2021 das Oktoberfest wieder stattfinden kann. Die Zeit bis dahin sollte für Überlegungen genutzt werden, wie der Verkehr insgesamt, verbunden mit dem Oktoberfest, besser organisiert werden kann. Damit die Theresienwiese als wichtige Verkehrsachse zwischen den Stadtbezirken Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt, Schwanthaler- höhe und Sendling für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen ganzjährig aufrechterhalten werden kann, wird die Stadtverwaltung mit der Ausarbeitung eines Mobilitätskonzepts beauftragt.

Die Verkehrssituation zur Oktoberfestzeit selbst sowie während der Auf- und Abbauphasen ist insbesondere für die angrenzenden Stadtviertel Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt, Schwan- thalerhöhe und Sendling, aber auch für den gesamten Innenstadtbereich, seit vielen Jahren nicht zufriedenstellend. Sie wird von Jahr zu Jahr unerträglicher. Genannte Stadtbezirke sind während der Oktoberfestzeit in besonderem Maße von den negativen Auswirkungen (motorisierter Individualverkehr, Lärm, Müll) des Oktoberfestes betroffen.

Dies spiegelt sich in zahlreichen Beschwerden bei den örtlichen Bezirksausschüssen wider.

Während der Auf- und Abbauzeit des Oktoberfestes gilt die Theresienwiese als Baustelle, ist daher umzäunt und von Anfang Juli bis Anfang November (d.h. fünf Monate pro Jahr), für die Bürger*innen nicht bzw. nur teilweise frei zugänglich. Dies führt zu stark eingeschränkten Querungsmöglichkeiten für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen, sowohl in Ost-West als auch in Nord-Süd-Richtung. Gerade wegen des zunehmenden Radverkehrs aus dem Münchner Westen in die Innenstadt und der nach wie vor fehlenden durchgehenden Radwegverbindung aus dem Westen(d) in die Münchner Innenstadt ist diese Querung der Theresienwiese von großer Bedeutung. Die Corona-Pandemie hat zudem gezeigt, wie wichtig die Theresienwiese als Frei- und Erholungsfläche für die angrenzenden Stadtviertel ist.

Während der Oktoberfestzeit nimmt – trotz Werbekampagnen der Stadt München – der motorisierte Individualverkehr und der Parkdruck auf die angrenzenden Stadtviertel zu. Überdimensionierte Reisebusse zwängen sich durch die engen Straßen des Westends und der Ludwigsvorstadt. Die als Aufenthaltsflächen vorgesehen Plätze wie der „Schneckenplatz“ vor dem Verkehrsmuseum werden zu Parkplätzen und die „Nur für Anwohner“-Regelung funktioniert in der Praxis nicht. Irregulär haltende Reisebusse für den Ein- und Ausstieg von Wiesnbesucher*innen, z.B. am Kaiser-Ludwig-Platz oder in der Schießstättstraße, führen regelmäßig zu erheblichen Beschwerden. Hier sollten dringend sinnvolle Alternativen angedacht werden, z.B. ein Shuttleservice für Besucher*innen aus Reisebussen.

Ebenso ist es höchste Zeit, die Besucher*innen des Oktoberfestes mit PKW weit vor den Toren der Stadt auf ÖPNV und P+R umzulenken. Darüber hinaus sollte über ein ausschließliches Bewohner*innenparken innerhalb des Mittleren Rings während der Wiesnzeit nachgedacht werden.
Bei diesen Überlegungen sind die Umlandgemeinden mit einzubeziehen.

Antrag als PDF