Luft für München: Hachinger Tal muss frei bleiben

Gutachten zum Münchner Stadtklima muss berücksichtigt werden – Giesinger Grüne fordern weitere Messungen

Der Deutsche Wetterdienst hat kürzlich ein Gutachten zur Entwicklung des Klimas in München veröffentlicht. Es hat nicht nur gezeigt, dass sich die Anzahl der Sommertage in München bis in die zweite Hälfte des Jahrhunderts im ungünstigsten Fall verdoppeln wird. Vielmehr hat es auch nachgewiesen, dass nachts das sog. „Alpine Pumpen“ (an bis zu 60 Tagen im Jahr, vornehmlich im Sommer) kühlere Luft bis weit in das Stadtgebiet hineinbringt. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die bisher noch unbebauten regionalen Grünzüge freigehalten werden.

Daher sollen dessen Ergebnisse nach Ansicht der grünen Fraktion im Bezirksausschuss 17 Obergiesing-Fasangarten im mikroklimatischen Gutachten zum Schutz des Hachinger Tals berücksichtigt werden.

„Wenn das Hachinger Tal bebaut wird, werden die ‚Sommer in der Stadt‘ immer häufiger zu ‚Glutöfen in der Stadt‘! Das Gutachten zeigt ganz klar: Der regionale Grünzug muss freigehalten werden.“

Joachim Lorenz, Sprecher der grünen Fraktion und ehemaliger Referent für Gesundheit und Umwelt der Stadt München

Die Grünen sind dabei die einzige Partei, die diese Forderung in allen Regionen und auf allen Ebenen uneingeschränkt unterstützen.
Aber die Grünen lassen es nicht bei Appellen, sie fordern auch konkrete Aktionen. Daher beantragte die grüne Fraktion, dass in den bebauten Gebieten des 16. und 17. Stadtbezirks weitere vertiefende Temperatur- und Windmessungen in Nord-Süd- und in Ost-West-Richtung vorgenommen werden.

Im Rahmen der Untersuchungen des Deutschen Wetterdienstes wurde u.a. an einem warmen Sommertag eine Profilmessfahrt vom Grünwalder Forst bis zum Autobahnanschluss Taufkirchen Ost durchgeführt, die den Grünzug Hachinger Tal durchquerte. Dabei wurde auch festgestellt, dass in den unbebauten Bereichen die Luft deutlich kühler ist als in den bebauten. Dieses eine Messprofil sollte durch weitere Messfahrten – auch im Stadtgebiet – in Ost-West-Richtung und vor allem in Nord-Süd-Richtung ergänzt werden, um das Ausmaß der Abkühlung bis in das Stadtgebiet hinein feststellen zu können.

„Mit diesen Messungen wollen wir sicherstellen, dass die klimatische Bedeutung des im Regionalplan festgesetzten regionalen Grünzugs umfassend festgestellt wird.“

Philippe Oßwald, grüner Vorsitzende des Unterausschusses Umwelt und Gesundheit im Bezirksausschuss 17

Der Antrag wurde in der jüngsten Sitzung des Bezirksausschuss 17 einstimmig angenommen.