Spaziergänge in Giesing Zu Fuß im Stadtverkehr

Gemeinsam mit Giesinger Bürger*innen und dem grünen Verkehrsexperten im Stadtrat, Paul Bickelbacher, prüften die Grünen aus Giesing/Harlaching, wie sicher und bequem man sich zu Fuß im Viertel bewegen kann. Zwei verschiedene Spaziergänge führten zu den „Problemstellen“ zum einen entlang der Tegernseer Landstraße in Obergiesing, zum anderen rund um den Wettersteinplatz.

Schwachstellen identifiziert

Der Gang über die Tegernseer Landstraße zeigte: Insbesondere im Nordteil der TeLa zwischen Tegernseer Platz und Ostfriedhof macht es wenig Freude, zu Fuß unterwegs zu sein, weil die Gehwege zu schmal sind. „Dabei ist die TeLa eigentlich eine schöne Einkaufsstraße“, sagt Philippe Oßwald, Mitglied im Bezirksausschuss 17 Obergiesing–Fasangarten. „Durch eine Umgestaltung der TeLa könnte Platz zum Flanieren und für gastronomische Angebote geschaffen werden.“

Aktuell gibt es zwischen Werinherstraße und Ostfriedhof nur am Edelweißplatz einen gesicherten Übergang mit einer Ampel. Doch auch die erlaubt nicht unbedingt eine sichere Querung der TeLa. „Die Grünphase für Fußgänger*innen dauert 14 (!) Sekunden. Wie man das mit Rollator oder Kinderwagen schaffen soll, ist mir absolut schleierhaft!“, so Uwe Kranenpohl, der für den Bezirksausschuss 17 kandidiert.

Auch rund um den Wettersteinplatz gibt es schon seit Jahren zahlreiche neuralgische Punkte mit Verbesserungsbedarf. „Besonders die südliche Verbindung zwischen Fromundstraße und Grünwalderstraße ist für Fußgänger*innen unsicher und unbequem. Ein Fußweg als direkter Weg von der Ampel hinüber zur Fromundstraße existiert gar nicht, obwohl das ein Schulweg ist. Hier bietet sich ein Verlegung des Radwegs auf die Straße an, die ohnehin für den Verkehr gesperrt ist, um so einen vernünftigen Gehweg zu schaffen“, so Dietlind Alber, Kandidatin für den Bezirksausschuss 18, die die Tour führte.

Zu Fuß zur Haltestelle

Ein besonderer Schwerpunkt des „Fußverkehrs-Checks“ lag auf der Erreichbarkeit von Bus, Tram und U-Bahn.

Hier stellten die Teilnehmer*innen an vielen Stellen fest, dass neue Führungen, Ampelschaltungen und Querungen nötig sind, zum Beispiel:

  • Verbesserungsbedarf an den drei zentralen Umsteigehaltestellen Tegernseer Landstraße (zwischen Sechziger Stadion und Grünspitz), Silberhornstraße (am Tegernsee Platz) und Ostfriedhof: Um umzusteigen, muss oft an drei oder vier Ampeln gewartet werden. Hier kann die Einrichtung einer zusätzlichen Ampelphase mit „Diagonalgrün“ eine Lösung sein, d.h alle Autofahrer*innen haben „Rot“ und alle Fußgänger*innen „Grün“.
  • Für den Tegernseer Platz schlagen die Giesinger Grünen die Einrichtung einer „Begegnungszone (Shared Space)“ nach österreichischem Vorbild vor. In einem solchen verkehrsberuhigten Bereich müssen alle Verkehrsteilnehmenden aufeinander Rücksicht nehmen; die üblichen Vorfahrtsregeln sind aufgehoben.
  • Für die Schulweg-Sicherheit braucht es am Wettersteinplatz eine direkte, umwegfreie Fußwegverbindung von Fromundstraße zur Grünwalder Straße. Dazu kann man den Radverkehr über die für Busse und Taxis reservierte Verbindungsstraße umleiten.
  • Die Querung von der Tramhaltestelle Wettersteinplatz zur U-Bahn führt Fußgänger*innen über die vielbefahrene Grünwalder Straße: Abhilfe kann hier eine Ampelschaltung  am Übergang schaffen: Rot für Autos bei einfahrender Tram hinter der Tramhaltestelle.
    Auch die (Ampel)-Querung der Grünwalder Straße an der Südseite des Wettersteinplatzes braucht eine Neugestaltung: der Weg zur Tramhaltestelle mus barrierefrei und mit breiteren Haltestellenbereichen ausgebaut werden.
  • Entzerrung von Rad- und Fußverkehr an der Kreuzung Grünwalder Straße/Tegernseer Landstraße Richtung Norden. Hier löst das Rückversetzen des Radler-Haltestreifens die Gefahrenstelle auf und sorgt für mehr Sicherheit für vom Stadion kommende Fußgänger*innen.

Ergebnis

Das Ergebnis der beiden „Fußverkehrs-Checks“ an der Tegernseer Landstraße und am Wettersteinplatz ist eindeutig: Fußgänger*innen brauchen mehr Platz, damit sie sich angenehm und sicher überall in Giesing bewegen können. Denn nur mit bequemen Fußwegen und sicheren Wegen zur nächsten Haltestelle steigen die Menschen vom Auto auf andere Verkehrsmittel um.

Daher darf eine Verbesserung der Radinfrastruktur (Radwege und Abstellmöglichkeiten) niemals zulasten von Fußgänger*innen erfolgen. Der dafür erforderliche Platz muss aus Verkehrs- und Parkflächen für Autos gewonnen werden.