Bewegender Zeitzeuge, bewegtes Publikum

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Kategorien:Veranstaltung, Menschenrechte

Knapp einhundert TeilnehmerInnen kamen auf Einladung von Claudia Stamm Mitte November nach München zur Vorstellung des Buchs "Zeiten im Inntal". Der Autor Konrad Schinkinger war ebenso vor Ort wie der Ehrengast Max Mannheimer.

Claudia begrüßte mit einer Erinnerung an unsere Wachsamkeit gegen Antisemitismus und Braune Gesinnung. Denn die Veranstaltung bekam durch die rechtsextremistischen Terrormorde in Deutschland einen traurigen aktuellen Anlass.

Die Erinnerung wachzuhalten, auch um aktuellen Ereignissen adäquat entgegenzutreten. In diesem Sinne stellte Konrad Schinkinger sein neues Buch vor. Darin geht es um die Geschichte der Gemeinde Raubling. In seinem Buch schildert Schinkinger die Verhältnisse von den Revolutionsereignissen 1919 über die nationalsozialistische Gewaltherrschaft bis hin zur Befreiung. Schinkinger schrieb das Buch, weil bei einer Gedenkfeier in Raubling zu früheren Zwangsarbeitern kein Wort fiel. Er will die Erinnerung daran wachhalten, was der Nationalsozialismus im eigenen kleinen Ort bedeutete. Bei seiner Erinnerungsarbeit kämpfte er gegen Widerstände und sogar gegen Vorwürfe wie "Nestbeschmutzer" an. Was ihn in seiner Arbeit aber nur noch mehr anspornte.

Der Ehrengast Dr. Max Mannheimer hat ein Grußwort für das Buch geschrieben. Er überlebte die Konzentrationslager Auschwitz und Dachau und berichtet seit Jahrzehnten von der Unmenschlichkeit des Nationalsozialismus. Mannheimer besucht Schulen und führte durch die KZ-Gedenkstätte Dachau.

Max Mannheimer machte bei seiner Arbeit ähnliche Erfahrungen wie Konrad Schinkinger. Und erhielt sogar Drohungen von NeoNazis. Dem hielt Mannheimer entgegen: "Ich will und werde mich nicht verstecken und ich will auch nicht anklagen – ich will mich mit meiner Arbeit aktiv für die Demokratie engagieren". Die Erinnerung nicht verblassen zu lassen und gerade mit jungen Menschen zu reden, halte ihn jung, so Mannheimer. Und er hoffe, er werde es noch miterleben, dass in München ein Zentrum eingeweiht werde, das die NS-Zeit dokumentiert.

An diesem Abend jdenfalls wurde die Erinnerung lebendig und wach gehalten. Mit einem bewegenden Zeitzeugen und einem bewegtem Publikum.

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Samstag, 18. Mai 2013
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