(Beschluss der Stadtversammlung am 18.07.2011 im Hofbräuhaus, Platzl 9)
Die Renaturierung der Isar von der südlichen Stadtgrenze bis zur Corneliusbrücke ist eines der großen Grünen Erfolgsprojekte in den letzten Jahren. Hier wurde erreicht, was wir uns in vielen anderen Fällen auch wünschen würden, nämlich unterschiedlichste Interessen miteinander zu verbinden und dabei allen Ansprüchen gerecht zu werden. Mehr Freizeitmöglichkeiten für die Münchner Naherholung, Hochwasserschutz, Naturschutz und mehr Sportmöglichkeiten auf der Isar.
Eine Erfolgsgeschichte, die wir gerne auch im nördlichen Teil der innerstädtischen Isar fortsetzen möchten.
Dort ist es allerdings deutlich schwieriger, da die Isar hier in ein enges Betonbett eingesperrt ist und Straßen und Grünflächen mit dichter Bewaldung hier deutlich weniger Gestaltungsfreiraum bieten.
Außerdem kann die LH München nur bis zur Max-Joseph-Brücke alleine über die Gestaltung der Isar entscheiden. Nördlich bestimmt e.on über die Isar. Auch grenzt dort der Englische Garten an, für den die staatliche Schlösser- und Seenverwaltung zuständig ist. Deshalb ist es zielführend sich in einem Konzept für die Umgestaltung der Isar nördlich des alten Isarplans auf den Bereich bis zur Max-Josephbrücke zu beschränken.
Der Schutz der kleinen Isar an der Museumsinsel wurde im Rahmen der Bade- und Bootsverordnung lang diskutiert. Ein Naturschutzgebiet, das für jegliche Nutzung tabu ist. Ein Biotop mitten in der Stadt. Wo gibt es das in einer Großstadt? Es ist gut dieses auch zu schützen. Infotafeln werden jetzt auch über Flora und Fauna informieren und die besondere Bedeutung der kleinen Isar erklären.
Im Rahmen der Novellierung der Bade- und Bootsverordnung wurde das Baden jetzt auch ab dem Zusammenfluss der kleinen und großen Isar an der Schwindinsel auf der Ostseite erlaubt. Allerdings bleibt das Baden auf der Westseite am Kabelsteg immer noch offiziell verboten. Das Verbot ist sinnvoll, auch wenn dort oft gebadet wird, denn die Hochwassergefahr ist dort zu groß und damit die Verantwortung der Stadt.
Jetzt geht es um die Neugestaltung des nördlichen innerstädtischen Teil der Isar bis zur Max-Josephbrücke.
Wir Grüne sollten dort zeigen, dass es möglich ist, wie im Südteil die besondere Natur an der Isar zu schützen und die Isar trotzdem zu beleben. Also maßvoll und mit Rücksicht auf die Natur und den besonderen Flair der Isar. Denn diese ist nicht Seine oder Spree, sie hat immer noch den Charakter eines „Gebirgsflusses“ in der Stadt.
Deshalb überlassen wir es nicht allein der Verwaltung, ein Konzept zu erstellen, sondern bringen unsere Vorstellungen schon in die Überlegungen der Verwaltung mit ein.
Wir fordern deshalb die Stadtratsfraktion auf, die Prüfung folgender Maßnahmen zu beantragen:
- auf der Ostseite auf der Höhe des Pumpwasserkraftwerks der SWM zwischen den Kaskaden und der Maximiliansbrücke wird ein Zugang ans Wasser zum Baden und Liegen geschaffen. Der Zugang könnte über eine amphitheaterartige Treppenanlage erfolgen, die auch zum Sitzen Möglichkeiten bietet.
- Im Pumpspeicherkraftwerk der SWM wird ein Cafe eingerichtet.
- Auf der Westseite der Isar zwischen der Luitpoldbrücke und Max-Joseph-Brücke auf Höhe der Widenmayerstraße Ecke Liebigstraße etwas unterhalb der bisherigen Isarhochkante wird ein großes Sonnendeck in der Isar errichtet.
- Ein temporärer Kiosk in der Ausbuchtung am Zugang zum Sonnendeck
- Wiederherstellung der provisorischen Holztreppe an der östlichen Praterinsel unterhalb des Kabelstegs

