30.07.2010 12:52

Weit entfernt von der Idee friedlicher Spiele - IOC lässt sich von Dow Chemical sponsern

Die Aufnahme von Dow Chemical in das Top-Sponsorenprogramm des IOC sehen die Münchner Grünen als einen Affront gegenüber der Olympischen Idee und werfen die Frage auf, ob dies nicht auch Einfluss auf die Münchner Bewerbung für die Olympischen Spiele 2018 hat oder haben sollte.Schließlich sei nach Ansicht der Vorsitzenden der Münchner Grünen die Vorstellung, dass das IOC 2018 mit den Geldern des höchst umstrittenen Chemiekonzerns die temporären Spielstätten für München zur Verfügung stellt, nur schwer erträglich.Nikolaus Hoenning, Vorsitzender der Münchner Grünen meint dazu: "Mit Dow Chemical hat das IOC mit einem der umstrittensten Konzerne der Welt einen Fördervertrag unterschrieben. Dow Chemical war Alleinhersteller des geächteten Kampfstoffes Napalm, das im Vietnamkrieg für Tod und Schrecken gesorgt hatte und zudem an der Herstellung von Agent Orange beteiligt. Wenn die Olympiade in München durch einen Industriekonzern mitfinanziert wird, der mit chemischen Kampfstoffen sein Geld verdient, dann ist das ein weiterer äußerst kritischer Punkt, der diese Bewerbung begleitet. "Auch seine Kollegin, die Stadtvorsitzende Hanna Sammüller, ist schockiert von der Rücksichtslosigkeit des IOC bei der Auswahl ihrer Sponsoren:"Das IOC hatte sich 1915 aus dem Wunsch heraus gegründet, mit friedlichen, sportlichen Wettkämpfen zur Völkerverständigung beizutragen.Die Olympische Charta selbst benennt es als ausdrückliche Aufgabe des IOC, sich an Aktionen zur Förderungd des Friedens zu beteiligen (Regel 2 Nr. 4 ). Dieser Grundgedanke wird durch die die finanzielle Beteiligung von Dow Chemical am IOC vollkommen konterkariert. Pierre de Coubertin, der in der Wiederbelebung der olympischen Spiele in der Neuzeit gerade die Chance sah, 'Völker und Nationen der Welt einander näher zu bringen, nationale Egoismen zu überwinden und zum Frieden und zur internationalen Verständigung beizutragen, würde sich im Grabe umdrehen."


Selbstverständlich sei es demgegenüber auch keine Alternative, die finanzielle Beteiligung des IOCs an möglichen Winterspielen dann dem Steuerzahler aufzubürden. Eher stelle sich nach Ansicht der Vorsitzenden die Frage, ob und wieweit eine Zusammenarbeit mit dem IOC dann überhaupt möglich sein kann. Das IOC stehe schließlich bereits seit vielen Jahren in der öffentlichen Kritik und wird aufgrund seiner Intransparenz 2010 sogar für den Negativpreis "Public Eye Award" vorgeschlagen.

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