14.07.2010 11:00
Kein Blankoscheck für Olympiavorbereitungsgesellschaft
Der Geschäftsführer der Münchner Bewerbungsgesellschaft, Willy Bogner, hatte sich mit der dringenden Bitte um mehr finanzielle Unterstützung an die Münchner Mandatsträger gewandt. Er bekräftigte seine Forderung nach mehr Geld aus Haushaltsmitteln. Die bei Gründung der GmbH veranschlagte Summe von 30 Mio Euro für die Münchner Bewerbung sollte sich nach den ursprünglichen Plänen ausschließlich aus Sponsorenmitteln zusammensetzen. Diese scheinen jedoch nach jetzigem Stand für die Pläne Bogners nicht auszureichen. Sollte die Stadt die Bewerbung nicht mit einer zusätzlichen Summe unterstützen, drohte Bogner damit, von seinem Posten als Geschäftsführer der Bewerbungsgesellschaft zurückzutreten. Die Münchner Grünen warnen jedoch dringend davor, den ultimativen Forderungen von Willi Bogner nach zu geben.
Der Vorsitzende des Münchner Stadtverbandes Nikolaus Hoenning ärgert sich über den dreisten Umgang Bogners mit den gewählten MandatstägerInnen und mit unseren Steuergeldern und fordert, für die Totgeburt Olympiabewerbung München nicht weiter gutes Geld schlechtem hinterher zu werfen. "Ursprünglich wurde uns versprochen, dass die Vorbereitungsgesellschaft nur aus privaten Sponsorengeldern finanziert wird. Dieses Versprechen erwies sich jedoch als billiger Taschenspielertrick, da Gelder fast ausschließlich von Unternehmen der öffentlichen Hand geflossen sind. Ganz zu schweigen von den Darlehensgarantien, die OB Ude der Bewerbungsgesellschaft am Stadtrat vorbei gegeben hat. Auch die Haftungserklärung für Defizite der anderen Berwerberkommunen durch den Freistaat Bayern und die Landeshauptstadt haben die gewählten Stadträtinnen und Stadträte erst aus der Presse erfahren. Nach dieser Reihe von skandalösem Umgang mit Steuergeldern darf die Landeshauptstadt und Oberbürgermeister Ude den Erpressungsversuchen von Willi Bogner nicht nachgeben." Außerdem ist Hoenning überzeugt, dass es von Anfang an ein Luftschloss war, die Olympia Ausrichtung über Sponsoren zu finanzieren. "Jedem vernünftig denkenden Haushälter ist klar: Wenn bereits 20 Mio. Euro für die Bewerbung nicht ohne die Hilfe von Staats- und Stadtbetrieben zu finanzieren sind, dann wird eine halbe Milliarde Euro für die Ausrichtung niemals von privaten Sponsoren bereitgestellt werden."
Auch seine Kollegin, die Vorsitzende der Münchner Grünen Hanna Sammüller, sieht die Forderung kritisch: "Es dürfte den Münchner Bürgern schwer vermittelbar sein, gerade in Zeiten des Sparzwanges eine Summe von 10 Mio Euro allein in die Bewerbung für olympische Spiele zu stecken. Die Zurückhaltung der Mandatsträger auf die Forderungen Bogners sind deshalb zu begrüßen. Die Grüne Basis jedenfalls müsste nochmals befragt werden, ob sie einer solchen finanziellen Unterstützung aus dem städtischen Haushalt zustimmt. Denn im letzten Herbst hatten die Münchner Grünen der Berwerbung unter der Maßgabe zugestimmt, dass die Bewerbung allein mit Sponsorengeldern finanziert wird."
Allerdings hat die Vorsitzende einen kleinen Tipp für die Bewerbungsgesellschaft: "Anstatt eine Summe von 5 Mio Euro in Imagefilme zu stecken, die nach Bogner Aussage die 'nötigen Emotionen für die Bewerbung transportieren', sollte das Geld lieber in die nötige Transparenz und Information gesteckt werden. Die Bewerbungsgesellschaft könnte gerade bei der Frage der Zustimmung in der Bevölkerung sehr viel mehr erreichen, wenn sie nachvollziehbare Gegenargumente zu den Kritikpunkten der Olympiakritiker präsentieren würde. Es fehlen bisher die rein rationalen Gegenpositionen zu den Ängsten der Kritiker in Garmisch und (ehemals) Oberammergau. Natürlich ist es weniger spektakulär, beispielsweise auch das MiniBidBook endlich in deutscher Version zum download zur Verfügung zu stellen. Aber billiger wäre es allemal."









