24.01.2010 13:31
"Das Leben der Anderen" im Kult-Kino Maxim!
"Woher wussten Sie denn, wie viele Ihrer KollegInnen bei der Stasi sind?" - "Das ist ganz einfach. Statistisch betrachtet, muss jede/r Dritte dabei gewesen sein." "Aha, und wovon haben Sie gerade gesprochen? ABV?" "Könnten Sie heute den Menschen in die Augen sehen, die Sie damals vermutlich bespitzelt haben?"
Nur einige Fragen, die der Zeitzeugin bei der lebhaften Podiumsdiskussion im Maxim Kino gestellt wurden. Bis spät in die Nacht wurden die BesucherInnen nicht müde - der preisgekrönte Film "Das Leben der Anderen", den die Münchner Grünen zum Jahresauftakt zeigten, hatte die Gemüter verstört und aufgewühlt.
Der Film mit dem inzwischen verstorbenen Ulrich Mühe und der ausgezeichneten Darstellerin Martina Gedeck führt auf eindringliche Weise die Bespitzelung der DDR-BürgerInnen durch die Staatssicherheit vor Augen. Sie zerstört die Beziehung, die künstlerische Karriere und letztlich auch das Leben der fiktiven DDR-Schauspielerin. Besonders eindringlich wird dargestellt, wie ein solcher Überwachungsapparat eine gesamte Gesellschaft aushöhlt, jegliche freie Meinungsäußerung zerstört und ein Klima von Angst und allgegenwärtiger Bedrohung schafft.
"Leider nicht einmal so weit von der heutigen Bundesrepublik entfernt, wenn man sich die Überwachungsgesetze seit dem 11. September 2001 anschaut - wenn auch mehr auf der digitalen Ebene und weniger durch menschliche Spitzel", meint dazu Judith Greif, Vorstandsmitglied der Münchner Grünen. "Vor wenigen Jahren haben wir zum Beispiel über Nacktscanner noch gelacht, heute stehen wir kurz vor deren Einführung. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Die Datensammelwut des Staates hat Ausmaße angenommen, die in Papierform jegliches Stasi-Archiv schon längst gesprengt hätte!"
Für Hanna Sammüller, Vorsitzende der Münchner Grünen, steht die Sensibilisierung der jungen Generation im Vordergrund, die die zwei deutschen Staaten nur noch vom Hörensagen kennt: "Es darf auf keinen Fall so weit kommen, dass die junge Generation das Wissen über das Leben in der DDR verliert. Die Trennung Deutschlands hat unsere Geschichte sehr geprägt - es wäre gefährlich, wenn die Erinnerung daran sich auf einige Fernsehbilder beschränkt. Wir müssen uns immer wieder aktiv mit der damaligen Situation auseinandersetzen. Denn ein echtes Zusammenwachsen ist nur über gegenseitiges Verständnis möglich."









